Tag 5 – Torres del Paine – Wind

Refugio Grey – Refugio Paine Grande – Puerto Natales

Die letzte Wanderung im Nationalpark Torres del Paine führt uns vom Refugio Grey zurück zum Refugio Paine Grande. Dort legt um 12.30 Uhr der Katamaran ab, der uns über den Lago Pehoé zum Bus nach Pudeto fährt. Es gibt nur einen Katamaran am Tag, es wäre also ungünstig ihn zu verpassen.

Da wir am Tag zuvor 4,5 Stunden für die Strecke gebraucht haben, wollen wir pünktlich um 7 Uhr frühstücken und um 7.30 Uhr losgehen. Frühstück gibt es von 7-9 Uhr, das passt also gut. Leider wird im Refugio das Licht erst um 20 min vor 7 wieder angestellt und das Wasser sogar erst um 10 vor 7 Uhr. Das macht die morgendliche Bad- und Rucksackpackprozedur etwas schwierig. Eigentlich sollten Licht und Wasser um 6 Uhr wieder eingeschaltet werden. Als wir dann um 7 Uhr gemeinsam mit den anderen Wanderern beim Frühstück sind, fängt das Personal gerade erst an, es vorzubereiten, und scheint genervt davon, dass um 7 Uhr schon Leute beim Frühstück sind. Joghurt und Eier werden dann kurz vor halb 8 serviert, Brot gibt es einige Minuten früher. Wir wandern deshalb erst um Viertel vor 8 los. Da wir die Strecke an diesem Tag auf magische Weise in 3 Stunden laufen, ist das kein Problem.

Beim Erzählen dieser etwas nervigen Begebenheit beim Frühstück fällt mir auf, dass diese Erfahrung untypisch für Chile ist. Ich habe die Dinge hier als sehr verlässlich erlebt. An den meisten Stellen ist es so, dass es tatsächlich um 7 Uhr Frühstück gibt, wenn das so angekündigt wird. Die Chilenen gelten übrigens als die Deutschen Südamerikas, weil sie so verlässlich und organisiert und nebenbei auch so reserviert sind.

Die Dinge funktionieren hier etwas anders als bei uns. Während man bei uns Informationen meistens nachlesen kann und sie tendenziell eher glaubt, wenn sie irgendwo stehen, fragt man hier meistens Personen. Meine bisherige Erfahrung ist, dass die Information, die man dann bekommt, verlässlich ist, während Informationen, die irgendwo geschrieben stehen oft veraltet sind.

  

Warum sind manche Eisstücke weiß und andere leuchtend türkis? Wir wissen es nicht.
    
Es gibt hier viele Hasen. Sie sind so gut getarnt, dass man sie eigentlich nur entdeckt, wenn sie sich bewegen.

Für den letzten Tag im Torres del Paine hatte ich mir Wind gewünscht. Patagonien ist bekannt für starken Wind, der einen buchstäblich umbläst. Wir hatten an den ersten vier Tagen im Park allenfalls leichten Wind. Meistens war es windstill. Das war toll zum Wandern. Da wir ansonsten fast jedes Wetter kennengelernt haben, wollte ich den Wind auch noch erleben. Mein Wunsch wurde erhört. Auf der Wanderung zurück zum Lago Pehoé hatten wir starken Wind, der uns zwar nicht umgeworfen hat, uns aber auf dem Weg hin und her geworfen hat und an unseren Rucksäcken gerissen hat. Glücklicherweise kam er von hinten und von der Seite. Gegen diesen Wind zu laufen wäre kein Spaß gewesen.

 
   

Zurück am Lago Pehoé
    
Das Refugio Paine Grande. Hier suchen wir Zuflucht vor dem Wind, während wir auf den Katamaran warten.
  
Aus dem Refugio kann man in Ruhe die wilden Wolken beobachten.
  
Das Müllboot.
  
Dieses Boot bringt uns zurück.

Auf der 30-minütigen Katamaranfahrt sehen wir das erste Mal die Gesteinsformation Los Cuernos. Vorher war sie immer hinter Wolken versteckt.

Endlich: Blick auf Los Cuernos, das sind die beiden Hörner im rechten Teil des Bildes. In der Mitte befindet sich das Valle del Francés.
  
Guanakos ganz nah
  

Es ist merkwürdig, zurück in der Stadt zu sein. Wir hatten beide viel Spaß am Trekking von Hütte zu Hütte und wären gern noch weiter gelaufen.

In Puerto Natales gönnen wir uns ein schönes Abendessen mit Ceviche als Vorspeise. Ich esse danach eine Fischsuppe. Matthias bestellt zum ersten Mal Curanto, eine Spezialität von der Insel Chiloé. Curanto sind verschiedene Fleischsorten, Muscheln und Kartoffeln, die traditionell zusammen in einem Erdloch mit heißen Steinen gekocht werden. Vor allem ist es eine große Portion.

Curanto mit zwei Sorten Muscheln, zwei Sorten Wurst, Hühnerfleisch, Speck, Kartoffeln, mit Fleisch gefülltem Kartoffelpuffer, Mehlkloß und einer kleinen Brühe.
  
Caldillo de Congrio oder Meeraalsuppe. Pablo Neruda hat eine Ode an dieses Gericht geschrieben. Zurecht.

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